Geduld und Liebe zum Detail. Wenn man den alten Fachwerkbauernhof von Lean und Fred Brauers betritt, ist man sofort von einer gemütlichen Atmosphäre umgeben und entspannt sich. Man spürt, dass daran mit viel Liebe gearbeitet wurde.

Ein modernisierter Fachwerkbauernhof

Vor fünf Jahren kam Lean für einen Raumaufteilungs-Workshop zum Woonboulevard Heerlen. „Den Pellet-Ofen habe ich auf dem Plan hin- und hergeschoben, in die Ecke, in die Raummitte, nie passte es. Auch die Kücheneinrichtung zog mehrmals von links nach rechts um. Die Einrichterinnen Thy-Thy van der Lende und Petra Lejeune hatten die Idee, eine Kochinsel anzulegen. Dann konnte auch die Nische dahinter funktional gestaltet werden. Eine gute Lösung, auf einmal fand alles seinen passenden Platz, auch der Ofen, der jetzt an zentraler Stelle zwischen Ess- und Sitzecke steht. Es macht schon was aus, wenn jemand mit einem frischen, professionellen Blick auf den Plan schaut. Jetzt ist alles stimmig. Und wenn die Einteilung stimmt, kann man in Ruhe weiterarbeiten.“

Ein modernisierter Fachwerkbauernhof Epen Woonboulevard Heerlen

Komfortabel

Lean und Fred machten alles selbst. „Nach Feierabend machten wir uns in Ruhe an die Arbeit. Mir hat die Zeit des Umbaus gut gefallen. Wir haben Ideen gesammelt und uns passende Lösungen ausgedacht. Ich habe das Glück, dass Fred praktisch veranlagt ist. Alles, was ich mir ausdachte, setzte er in Ruhe um. Manchmal begaben wir uns auf die Suche nach geeigneten Materialien. Wir verwenden Dinge gern wieder. So rief mein Vater mich an, um mir mitzuteilen, dass das Kirchendach neu gemacht wird. Ob ich denn die Schieferplatten brauchen könnte? Mir gefällt das Material sehr, und dann kommt es auch noch aus meinem Geburtsort. Die Schieferplatten finden sich daher hier im Haus wieder, zum Beispiel als Wandverkleidung an der Nische in der Küche. Wir hatten fünf Jahre zu tun, doch weil wir hier wohnen, ließ sich das gut einrichten. Dann erledigt man mal eben schnell eine Arbeit. Die Räume werden aktuell als Ferienwohnung genutzt, seit April vermieten wir sie. Doch die Wohnung ist so angelegt, dass wir hier bald selbst wohnen können, ebenerdig und mit allem Komfort ausgestattet. Hier können wir gut alt werden.“

Ein modernisierter Fachwerkbauernhof Epen Woonboulevard Heerlen

Ausreichend Lichteinfall

„Ideen kommen nach und nach“, fährt Lean fort. „So haben wir an einer Stelle eine Schiebetür gewählt, weil das viel praktischer war. Die Holzbretter an der Bettrückwand sind alle aus Ästen, die wir selbst zugesägt haben und die so eine gute Verwendung finden – das gefällt mir.“ Das Bleiglas hat Lean selbst gestaltet. „Ein Kurs und viel Geduld, doch dann hat man auch ein tolles Ergebnis.“ Bei einem alten Fachwerkhaus von 1800 muss man dem Licht besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Fenster sind nicht allzu groß, und die Lehmwände reflektieren das Licht nicht so stark wie eine glatt verputzte weiße Wand. „Wir haben das so gelöst, dass wir hier und da Oberlichter eingebaut haben. Eine Glasplatte im Boden im ersten Stock lässt das Licht von oben in den Raum darunter fallen. Und in eine Zwischenwand haben wir einen kleinen alten Fensterrahmen aus Eisen eingebaut, auch dadurch kann Licht fallen. Die Treppe in den obersten Stock ist offen gestaltet, sodass das Licht sogar von ganz oben bis nach ganz unten zum Eingang gelangt. Licht ist Leben. Die Räume wirken so warm und gemütlich, aber gleichzeitig hell und luftig.“

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Tipps und Tricks: Wie kann man selbst einen Bauernhof modernisieren?

Was können wir von dem groß angelegten Umbau der Fachwerkwohnung von Lean und Fred lernen? Inneneinrichterin Petra Lejeune hat sich umgesehen.

Ein modernisierter Fachwerkbauernhof Epen Woonboulevard Heerlen

Ruhige Atmosphäre

„Die Atmosphäre in dieser Wohnung ist einzigartig, weist jedoch viele Übereinstimmungen mit dem Wohnstil ‚Beautiful basic‘ auf, der eher neutral und reduziert gehalten ist. Fred und Lean haben eigentlich nur Naturmaterialien eingesetzt, oft recycelt, wodurch das Ganze einen gelebten Charakter erhält. Die Formen sind einfach und die Farben ebenfalls natürlich. Viel wurde selbst umgesetzt, mit Blick fürs Detail. Denn wenn man es schon schlicht hält, muss das Vorhandene auch perfekt passen. Eine schöne Basis, und damit steht und fällt eine Einrichtung.“

Ein modernisierter Fachwerkbauernhof Epen Woonboulevard Heerlen

Upgrade für die Küche

Eine gemütliche Küche aus Holz mit Patina und mit einer Arbeitsplatte aus Naturstein ist der Mittelpunkt des Wohnbereichs des modernisierten Bauernhofs. Doch wie sind Lean und Fred die Umsetzung angegangen? „Die Küchenschränke sind von IKEA“, erzählt Fred. „Darauf habe ich Multiplexplatten befestigt und anschließend Holzlatten draufgeklebt. Natürlich wurde der Küchenblock so viel größer, das musste bei der Arbeitsplatte berücksichtigt werden. Wir haben uns für Naturstein entschieden, der harmoniert gut mit dem Holz. Wir haben den Stein, der auf dem Boden liegt, auch hier verwendet. Gut ölen – deshalb ist die Arbeitsplatte auch etwas dunkler – und man hat eine schöne, praktische Küche. Das Spülbecken und der Wasserhahn sind auch von IKEA, der Herd von Bora. Das Schöne an diesem System ist, dass man keine störende Abzugshaube im Weg hängen hat. Der Abzug ist nämlich in das Kochfeld integriert. Sehr praktisch.“

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Individuelles Treppengeländer

Ein individuelles Treppengeländer? „Man muss nur geeignete Äste finden. Diese hier stammen vom Nussbaum im Garten. Die schwarzen Stahlstützen passen gut dazu. Ein schönes Beispiel für die Schönheit des Schlichten.“

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Fachwerk am Haus

Fachwerk wirkt gemütlich. Fred und Lean haben selbst verputzt. „Lehm ist ein schönes Produkt. Wir haben ein fertiges Lehmstück benutzt, dass erdfeucht war. Ein bisschen Wasser dazu, und man kann anfangen, zu verputzen. Man sollte zwei Lagen auftragen, sonst gibt es Risse. Dann sieht man die Struktur des Steins darunter auch nicht mehr. Die Farbe ist die natürliche des Lehms, so wie man ihn hier vorfindet. Das Produkt atmet, es nimmt die Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und gibt sie wieder ab, wenn die Luft trocken ist. Das ergibt ein gutes Innenklima.“

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